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Gesellschaft
Momentaufnahme

Frau Ruth und ihr Stammgast

Herr Karl über das Café Industrie am Wiener Margaretengürtel.

Es bleibt ein Rätsel, warum das Café Industrie so heißt. Ruth Binder, die Chefin seit fünf Jahren weiß es ebenso wenig, wie einer ihrer treuesten Gäste Herr Karl. Obwohl er seit 30 Jahren allwöchentlich zum Kartenspielen kommt. Jolly, Schwarze Katz und Zensern um wenig Geld. "Wenn einer fünf Euro verliert ist er todunglücklich", sagt Ruth Binder. Sie ist ein Kaffeehaus-Kind, ihre Mutter hat das Lokal am Gürtel Ende der Siebziger Jahre übernommen.

Das Café Industrie

Ein Altwiener-Caféhaus mit Allem was dazugehört.

"Sehr tragisch", sagt Herr Karl, war das damals. Der frühere Besitzer hat sein Frau ermordet und dann sich selbst. Eine Eifersuchtsgeschichte, fügt die Chefin dazu. "Und den Pudel hat er auch nicht verschont", kann Herr Karl noch berichten.

Als ihre Mutter vor fünf Jahren gestorben ist, hat Ruth Binder gewusst, was jetzt zu tun ist. Die gebürtige Oberösterreicherin hat Friseurin gelernt, mit 18 ist sie Mutter geworden, dann in die "Gastro" als Kellnerin. Eigentlich wollte sie nie selbstständig sei, aber mit dem Tod er Mutter war es klar. Die Wohnung über dem Café ist ihr Zuhause und den Verkehrslärm vom Gürtel hört sie nicht mehr. Im Gegenteil - wenn sie auf Urlaub fährt, aufs Land, dann kann sie gar nicht gleich einschlafen. Die Stille ist ungewohnt.

Als sie noch ein Kind war, war das Café eine Goldgrube - das hat sich längst geändert.

Gäste im Kaffeehaus

Nach der Übernahme hat sie erst einmal vieles umgekrempelt. Events organisiert, Konzerte, Lesungen - aber das musste sie wieder aufgeben. Die Betriebsbewilligung machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Musiker und Dichter halten dem Gürtel-Kaffeehaus dennoch die Treue. Sie haben Gedichte und Lieder auf "ihr" Industrie geschrieben.

Ein Glas zum Bier dazustellen und die "Trankler" bleiben weg. Das hat sie schon von ihrer Mutter gelernt. Das Rezept vom Scheiterhaufen von der Oma - der ist zum Niederknien - da muss sie sich selber loben. Das Chili und das Gulasch macht sie selbst, sagt sie mit einigem Stolz. Man müsse es lieben, täglich von 10 bis 2 Uhr früh im Lokal zu stehen. Sie hat gelernt, nicht immer genau zu zuhören, all den Geschichten, die ihrer Gäste erzählen. Manche kommen, so wie Herr Karl seit mehr als 30 Jahren her, zum Reden, zum Kartenspielen, auch wenn das weniger geworden ist.

Kaffeehausblumen

15.04.2016

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